Ostern 15 246 - Kopie

“Wir möchten sein
einzeln und frei wie ein Baum und brüderlich wie ein Wald.”
(Nazim Hikmet)

Wir sind eine bunte Gemeinschaft von 25 Erwachsenen und 15 Kindern und Jugendlichen, von 0 bis 67 Jahren, groß, klein, rundlich, sportlich, Männer, Frauen und so weiter.

Uns verbindet der Traum vom Leben in Gemeinschaft, vom selbstbestimmten Leben schon vor der Rente, vom guten Leben jetzt! Die Grundlage unserer Gemeinschaft ist der gemeinnützige Verein gASTWERKe e.V., bei dem alle Gemeinschaftsmitglieder, aber auch auswärts lebende Menschen Mitglied sind.

Der Verein ist Eigentümer des Geländes und der Gebäude, dadurch ist sichergestellt, daß der Grund und Boden der Allgemeinheit gehört. Seit Ende 2007 füllen wir Gelände und Gebäude nach und nach mit Leben und mit unseren Ideen. Auf dem Hintergrund unserer unterschiedlichen Berufe und Lebenswege sind hier Bioland-Gärtnerei, Baumpflege, Kinderbetreuung, softwarebasierte Unternehmen, Autoreparatur und eine Praxis für klassische Homöopathie entstanden.

Etwa die Hälfte von uns arbeiten extern. Es gibt noch Raum für neue Arbeitsbereiche, z.B. einen Handwerksbetrieb, und  der Seminarbetrieb soll umstrukturiert werden.

In unseren Gebäuden ist momentan kein Platz mehr. Ein Neubau ist denkbar. Neue Leute, die mit uns leben möchten, können übergangsweise ein Haus im Ort suchen – dabei sind wir gerne behilflich.

Mit uns leben hier am Platz 2 FÖJler, ein Lehrling, ein Angestellter und ein Dauergast. Wir haben den Namen gASTWERKe gewählt, weil wir gerne Menschen willkommen heißen.

Regionale bis internationale Projekte und Initiativen finden bei uns Veranstaltungsräume. Hofladen, Infocafé und kulturelle Angebote schaffen Infrastruktur vor Ort. Wir sind FÖJ-Einsatzstelle. Wir leben nachhaltig, wirtschaften regional und erproben Zukunftsfähigkeit. Dazu laden wir alle ein. 

Damit unserer Traum real wird:

  • treffen wir Entscheidungen, die alle angehen, gemeinsam und einvernehmlich (im Konsens)

  • konsumieren wir mit Bedacht ökologisch, biologisch, nachhaltig

  • beteiligen wir uns an gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen mit Gedanken, Worten und Taten

  • respektieren und leben wir verschiedene Weltanschauungen, denen Achtung und gegenseitige Wertschätzung zugrunde liegt

  • freuen wir uns über die Vernetzung mit den anderen (politischen) Kommunen und linken Initiativen im Kasseler Raum.

  • Als Form der praktischen Solidarität gehen alle Einnahmen in die gemeinsame Kasse.

Diskussionen im TrägerInnenkreis des Vereins und seinen Gremien in Bezug auf Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit ist im Verein und in der Gemeinschaft ein Querschnittsthema, das heißt es zieht sich durch alle Arbeitsbereiche hindurch, in denen die Vereinsmitglieder tätig sind.

Der TrägerInnenkreis des Vereins gASTWERKe e. V. befasst sich in seinen internen Arbeitsgruppen wie Mobilität, Außenraum, Bau-AG, Solidarische Landwirtschaft mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Entsprechende nachhaltige Maßnahmen führten dazu, dass wir sehr hohe Ökostandards im Bau eingeführt, eine Fotovoltaikanlage zur Eigenstromnutzung installiert haben, unser Außengelände nach ökologischen Grundsätzen gestaltet wird, auch mit Schaugärten zu Bildungszwecken, wir zwei Elektro-Fahrräder gemeinsam nutzen und wir durch gemeinsame Fahrzeugnutzung die Anzahl unserer Fahrzeuge so gering wie möglich halten.

Alle Entscheidungen werden bei uns im Konsens getroffen und basieren auf umfangreichen Information und Diskussionen. Da wir als Kollektiv damit auch gemeinsam Verantwortung tragen, setzen sich alle Vereinsmitglieder/Mitglieder der Gemeinschaft intensiv mit den Entscheidungen auseinander. Durch unsere verschiedenen Wirtschaftsbereiche wie z. B. die Biolandgärtnerei beschäftigen wir uns immer wieder sehr intensiv mit Themen wie Ressourcenschutz, Artenvielfalt, energetische Sanierung etc.

Es ist uns ein zentrales Anliegen, diese Themen sowohl durch unser Handeln als auch in der Außendarstellung zu thematisieren. In unserer Küche kochen wir mit überwiegend regional produzierten Lebensmitteln und nutzen in hohem Maße erneuerbare Energien. Durch Stelltafeln weisen wir unsere Besucher auf diese Themen hin, integrieren Bildungskomponenten in unsere Außendarstellung, z. B. Informationsveranstaltungen, Stelltafeln zum Thema Artenvielfalt und Saatgut im Kontext von Jungpflanzentagen der Gärtnerei sowie Informationsfilme und Hintergrundinfos zum Thema fairer Handel im Rahmen von Fair-Trade-Tagen des Hofladens.

Wo irgend möglich versuchen wir auch die Kinder und insbesondere die Jugendlichen in den Entscheidungsprozess zu integrieren.

Durch die gemeinsame Ökonomie – wir wirtschaften alle gemeinsam in eine Alltagskasse – setzen wir auf kleinem Raum ein Zeichen für soziale Gerechtigkeit und Umverteilung.